Warum werden Spirituosen meistens in Eichenfässern gelagert?
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Whiskyfass? Meist Eiche. Bourbonfass? Eiche. Auch bei Rum oder Weinbrand begegnet uns Eichenholz immer wieder.
Warum eigentlich?
Dass sich Eiche über Jahrhunderte als wichtiges Fassholz etabliert hat, hat sowohl praktische als auch geschmackliche Gründe.
Ein Fass muss dicht und stabil sein
Ein gutes Fassholz muss einiges können.
Es muss sich bearbeiten lassen, mechanisch stabil sein und Flüssigkeit zuverlässig im Inneren halten.
Eiche besitzt dafür günstige Eigenschaften. Ihre Holzstruktur und bestimmte Inhaltsstoffe ermöglichen die Herstellung robuster und weitgehend dichter Fässer.
Das machte sie historisch zu einem geeigneten Material für Transport und Lagerung.
Eiche kann Geschmack abgeben
Aus Sicht von Spirituosenherstellern besitzt Eiche aber noch eine zweite wichtige Eigenschaft:
Sie ist aromatisch interessant.
Während der Reifung können verschiedene Verbindungen aus dem Holz in die Spirituose übergehen oder durch Verarbeitung und Reifung entstehen.
Das kann das Aromaprofil deutlich verändern.
Welche Rolle spielt die Herkunft der Eiche?
Eiche ist nicht gleich Eiche.
Unterschiedliche Eichenarten besitzen unterschiedliche Holzstrukturen und Zusammensetzungen.
Besonders bekannt sind amerikanische und verschiedene europäische Eichenarten.
Dadurch können sich Unterschiede beispielsweise bei Vanille-, Gewürz-, Holz- oder Tannineindrücken ergeben.
Aber auch Fassherstellung, Toasting, vorherige Befüllung und Lagerbedingungen beeinflussen das Ergebnis.
Warum wird das Holz erhitzt?
Bevor ein Fass verwendet wird, wird seine Innenseite häufig erhitzt.
Beim Toasten oder Ausbrennen verändert Wärme Bestandteile des Holzes.
Dadurch können neue Aromaeindrücke entstehen beziehungsweise leichter für die Spirituose zugänglich werden.
Die Intensität der thermischen Behandlung ist deshalb eine weitere Stellschraube des Fassmachers und Spirituosenherstellers.
Warum nimmt man nicht einfach irgendein anderes Holz?
Andere Holzarten können durchaus spannende Ergebnisse liefern.
Allerdings unterscheiden sie sich bei Dichtigkeit, mechanischen Eigenschaften und Aromatik erheblich. Hinzu kommen bei bestimmten Spirituosen gesetzliche Vorgaben.
Eiche verbindet viele für ein Fass günstige Eigenschaften und besitzt gleichzeitig ein Aromaprofil, das sich für zahlreiche Spirituosen bewährt hat.
Eiche bei einer Spirituose aus Eicheln?
Für uns besitzt Eichenholz natürlich noch eine zusätzliche Bedeutung.
Der Ausgangspunkt von OKEN ist die Frucht der Eiche. Trotzdem entsteht der charakteristische Geschmack unseres Destillats nicht dadurch, dass wir einfach Eichenholz oder Eicheln in Alkohol einlegen, sondern stattdessen die feinen Aromen der Eichel durch eine echte Maische herausarbeiten.
Bei unserem holzgereiften OKEN Bernstein kommt die Eiche dann ein zweites Mal ins Spiel – dieses Mal tatsächlich als Holz während der Reifung, gemeinsam mit Akazie.
So treffen zwei völlig unterschiedliche Seiten desselben Baumes aufeinander:
die Eichel als Rohstoff und die Eiche als Reifungsholz.